Freitag | 23. Oktober | 19.00 Uhr
SerrahnEINS e. V. Zentrum für Kultur und Gesellschaft | Serrahnstraße 1 | 21029 Hamburg
20.000 Männer und Frauen, darunter 5.000 KZ-Häftlinge und sowjetische Kriegsgefangene, mussten im 2. Weltkrieg als Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im VW-Werk für den deutschen Endsieg schuften. Sie kamen aus allen von den deutschen Truppen besetzten europäischen Nachbarländern, vor allem aber aus Polen und der Sowjetunion, vorrangig aus der Ukraine. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Stadt des KdF-Wagens waren mörderisch. 1944/45 ließen die Verantwortlichen bis 400 Neugeborene und Kleinkinder polnischer und ukrainischer Frauen in einem sogenannten „Kinderheim“ durch Hunger und katastrophal unhygienische Zustände sterben.
Wegen des „Kindersterbens“ wurde der Werksarzt Dr. Körbel nach 1945 von einem britischen Militärgericht zum Tode verurteilt und trotz breiter Proteste aus der deutschen Bevölkerung hingerichtet.
Ende der 60er Jahre entstand anfangs eine kleine Bewegung gegen das Vergessen, getragen von der IG-Metalljugend, der Aktion Sühnezeichen und engagierten Pfarrern. Bald kamen die VVN, die Deutsch-Polnische Gesellschaft, der DGB, die GEW und die IGM, Friedensgruppen, der VW-Betriebsrat, der Evangelische Kirchenkreis und das katholische Dekanat hinzu. Nach bekannt gewordenen Berichten von Überlebenden aus Israel, Polen, der UdSSR, Frankreich, Belgien und den Niederlanden folgte 1985 der Stadtrat einem Bürgerantrag zur Einrichtung von Gedenkstätten und zur Beteiligung an den jährlichen Gedenkfeiern am 8. Mai.
1995, also 50 Jahre nach Kriegsende, beauftragte der VW-Vorstand den Historiker Hans Mommsen mit einer Studie, lud im selben Jahr alle überlebenden Zwangsarbeiter nach Wolfsburg ein und beschloss geringfügige Zahlungen für die wenigen überlebenden Opfer. Der ehemalige Vorsitzende der GEW Niedersachsen, Eberhard Brandt, erinnert an die dunkle Geschichte des Konzerns und an den langen Kampf, an dem er entscheidend beteiligt war.
Eintritt frei
Eine Veranstaltung des DGB Bergedorf, verantwortlich Bernhard Nette.